AMAI-FIGURENTHEATER

Amai ist ein japanisches Wort und bedeutet süß. Und würde man das i weglassen
heißt es Ama. Amas sind in Japan Frauen, die nach einer alten Tradition, ohne
Sauerstoffgerät minutenlang unter Wasser bleiben können um nach kostbaren Perlen und Austern zu tauchen.

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Ein Stück für die Bühne zu machen ist mitunter ein ähnlicher Vorgang. Ich tauche in meine innere Welt, in die Welt der Literatur, der bildenden Kunst, meine Träume und meinen Alltag und suche nach einem kostbaren Gedanken, den ich zu einem Theaterstück werden lassen möchte.

Im Probenprozess erforsche ich Materialien, Dinge, Objekte und Puppen. Suche ihre Sprache, finde ihre Beweglichkeit und Starrheit, höre ihren Geräuschen zu, gebe ihnen eine Rolle und lasse sie auf ihre Art erzählen.

Der Ausdruck des menschlichen Körpers spielt eine zentrale Rolle in meinen Stücken. Ich versuche die Grenzen zwischen belebt und unbelebt, Subjekt und Objekt, natürlich und abstrakt, Mensch und Kunstfigur immer wieder neu zu ziehen. 

Und manchmal möchte ich einfach nur eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die andere erfunden haben oder die ich selbst noch erfinden muss. Auf diese Weise mache ich meine Theaterstücke für kleine und große Menschen... für alle,die es wagen einige Minuten die Luft anzuhalten um dann mit einer Hand voll Perlen ans Ufer zurückzuschwimmen.